Sanitäre Einrichtungen in Bauwagen

Wenn die Arbeitsaufgabe auf dem Bauplatz beginnt, müssen immer sanitäre Anlagen vorhanden sein. Der Arbeitgeber ist dafür verantwortlich, dass die erforderlichen Anlagen vorhanden sind.

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Normalerweise handelt sich dabei um einen Bauwagen, der Folgendes enthält:

  • Toilette.
  • Waschbecken mit fließendem Wasser.
  • Dusche mit Umkleidemöglichkeit.
  • Getrennter Umkleide- und Speiseraum.
  • 2 Schränke für jeden Beschäftigten.

Die Anforderungen an einen Bauwagen können auch dadurch erfüllt werden, dass die Beschäftigten sanitäre Anlagen in einem vorhandenen Gebäude benutzen – d.h. Toiletten, Kantine, Bad, Umkleideraum usw. Der Gebrauchswert muss jedoch mindestens den gleichen Standard haben wie ein allgemeiner Bauwagen.

Mobiler Leichtwagen

Der Bauwagen kann ein mobiler Leichtwagen sein, wenn die Beschäftigten höchstens zwei Wochen auf dem Platz arbeiten und der Arbeitgeber höchstens vier Personen auf dem Platz beschäftigt.

Anlagenarbeit

Bei Straßenbau- und anderen Anlagearbeiten, bei denen der Bauplatz während der Arbeit seinen Standort ändert, wird man in bestimmten Fällen die Bestimmungen lockern können.

Anschluss an die Abwasserleitung

Wenn die Arbeit auf dem Platz länger als 2 Monate dauert, müssen Toiletten immer an die Abwasserleitung angeschlossen werden.

Wenn die Dauer der Arbeit weniger als 2 Monate beträgt, muss die Toilette an die Abwasserleitung angeschlossen werden, wenn dies ohne das Graben einer Rinne o.ä. möglich ist.

Eine abflussfreie Toilette muss den gleichen hygienischen Standard haben wie Toiletten mit Wasserspülung und Abfluss.

Anzahl und Abstand

Die Lage der sanitären Anlagen muss im Verhältnis zu einander und zu den einzelnen Arbeitsplätzen zweckmäßig sein.

  • Ein Waschbecken pro fünf Personen
  • Eine Dusche pro zehn Personen,
  • Eine Toilette pro 15 Personen.

Es darf höchstens ein Abstand von 200 m oder eine Transportzeit von fünf Minuten zur Toilette bestehen.

Kurzzeitige Arbeit

Es gelten besondere Regelungen für sanitäre Anlagen, wenn die Arbeitsaufgaben:

  • höchstens drei Tage andauern.
  • keinen Umfang von über sechs Manntagen haben,
  • oder die Beschäftigten ihre tägliche Arbeitszeit an einem anderen Ort als auf dem Bauplatz beginnen.

Bei Kurzzeitarbeit muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass der Beschäftigte während der Arbeit Zugang zu Folgendem hat:

  • Toilette.
  • passender Essplatz, wenn es während der Arbeit Essenspausen gibt,
  • Waschbecken mit fließendem Wasser.
  • Umkleide und die Möglichkeit, Kleidung und persönliche Gegenstände aufzubewahren,
  • die Möglichkeit, die Arbeitskleidung zu trocknen, wenn sie während der Arbeit nass wird.

Darüber hinaus müssen eine Dusche und eine Umkleide zur Verfügung stehen, wo Straßenkleidung und Arbeitskleidung getrennt sind, wenn die Arbeit:

  • in erheblichem Maße mit Staub und Schmutz verbunden ist,
  • das Risiko einer Ansteckung durch Materialien birgt,
  • mit der Gefahr verbunden ist, dass man mit Stoffen und Materialien in Berührung kommt, die für die Haut schädlich sind oder deren Verbreitung unbedingt verhindert werden muss,
  • den Beschäftigten hohen Temperaturen aussetzt oder körperlich sehr anstrengend ist.

Besondere Anforderungen – Abwasserarbeit, Asbest, Asphalt, Blei, Epoxid und Polyurethan.

Wenn eine Arbeit ausgeführt wird, bei der die Beschäftigten mit Stoffen und Materialien, Bakterien o.ä. in Berührung kommen können, die gesundheitsschädlich sein können, gelten besondere Bestimmungen für die Einrichtung und Benutzung von u.a. Bade- und Umkleideanlagen. Siehe z.B. die Abschnitte zu Asbest, Epoxid und Abwasser.

Einrichtung von Bauhütten

Die Innenwände und Böden der Bauhütte müssen leicht zu reinigen sein. Die Höhe im Raum muss mindestens 2,1 m betragen. In sehr großen Einheiten (Pavillons) muss die Höhe jedoch mindestens 2,3 m betragen.

Die Räume müssen gut belüftet, beleuchtet und isoliert sein, und die Temperatur muss mindestens 18°C betragen, wenn sie verwendet werden.

Werkzeuge, Materialien o.ä. dürfen nicht in den Räumen aufbewahrt werden.

Essraum

Der Essraum muss mindestens 1 m2 pro Person + 1 m2 darüber hinaus für die Gesamtfläche umfassen. Es muss ein Kühlschrank und die Möglichkeit, Essen und Wasser für Kaffee o.ä zu erhitzen, vorhanden sein. Der Raum muss zwei Abzugventile haben.

Die Fenster müssen mindestens 10% der Bodenfläche ausmachen. Sie müssen einen Sonnenblende haben, und man muss mindestens ein Fenster öffnen können.

Umkleide

Der Umkleideraum muss mindestens 1 m2 Person umfassen, ohne dass Wasch- und Duschanlagen mitgezählt werden.

Der Raum muss mit einem Abzugsventil ausgestattet sein.

Die Beschäftigten müssen ihre Straßenkleidung und ihre Arbeitskleidung getrennt aufbewahren können.

Das kann in 2 Schränken oder in einem Doppelschrank erfolgen. Ein Einzelschrank muss die Maße 25 cm x 25 cm x 170 cm haben. Ein geteilter Schrank muss doppelt so breit sein, also 50 cm.

Es müssen Schlösser auf den Schränken vorhanden sein, und sie müssen ein Regal und einen Abzug an die frische Luft haben. In Verbindung mit den Schränken muss es eine Bank geben.

Die Arbeitskleidung muss in den Schränken oder auf einer gemeinsamen Wäschestange trocknen können.

Bad

Man muss direkt vom Umkleideraum zur Dusche gehen können. Die Duschen müssen sowohl warmes als auch kaltes Wasser haben.

Die Bodenfläche in jeder Dusche muss mindestens 1 m2, jedoch nur 0,64 m2 für Duschkabinen umfassen.

Die restliche Fläche bis zu 1 m2 entfällt auf den Umkleideraum.

Es muss eine Lüftungsmöglichkeit bestehen, möglichst mechanisch.

Toiletten und Waschbecken

Die Toiletten der Baustelle müssen normalerweise an die Abwasserleitung angeschlossen sein, und sie müssen über Wasserspülung verfügen.

Wenn es nicht möglich ist, die Toilette an die Abwasserleitung anzuschließen, müssen die WC-Schüssel und der Behälter immer getrennt sein, und die Toilette muss insgesamt den gleichen hygienischen Standard erfüllen wie eine Toilette mit Wasserspülung.

Der Toilettenraum muss mindestens 1 Quadratmeter groß sein.

Wenn von außen Zugang zur Toilette besteht, muss der Raum mit einem Waschbecken ausgestattet sein. Die Bodenfläche hier muss mindestens 1,2 m² ausmachen.

Übernachtung bei großen Projekten

Bei größeren Bau-, Anlagen- und Infrastrukturprojekten, bei denen zu erwarten ist, dass Arbeitskräfte eingestellt werden müssen, die nicht im lokalen Bereich wohnen, kann es notwendig werden, entweder als Teil des Ausschreibungsmaterials oder als Angebot des Arbeitgebers Übernachtungsmöglichkeiten – Camps – zu schaffen.

Dieser Bereich ist nicht Teil des Arbeitsschutzgesetzes, und es gibt daher keine klaren Bestimmungen für die Einrichtung und den Betrieb von Einquartierungsanlagen. Das Folgende sind deshalb Empfehlungen von BFA Bau & Anlage.

Es ist längst nicht immer möglich, Einquartierungsanlagen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bau- und Anlageprojekt einzurichten. Bei der Lokalisierung von Einquartierungsmöglichkeiten sollte man immer in erster Linie darauf achten, dass man optimale Verhältnisse bezüglich Transport hat; dabei ist es von besonders großer Bedeutung, dass man einen leichten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf mit Öffnungszeiten hat, die zu den Arbeitszeiten des Arbeitsplatzes passen. Die Nähe zu Freizeit- und Sportangeboten ist ebenfalls wesentlich.

Beim Betrieb des Camps ist es wichtig, für folgende Verhältnisse zu sorgen:

  • ein fester Hausmeister/Campchef, der auch das soziale Leben der Campbewohner unterstützen kann,
  • hoher Reinigungsstandard,
  • gute Waschanlagen/-angebote,
  • einfache und vertraute Freizeitangebote,
  • Rauch- und Alkoholpolitik,
  • Nahrungsangebot: Frühstück und Abendessen; flexible Regelung, so dass man auch zu „unpassenden Zeitpunkten“ etwas zu essen bekommen kann.

Die Einrichtung sollte folgende Verhältnisse unterstützen:

  • gute Schlafhygiene, ganz besonders dadurch, dass Lärm vermieden wird,
  • Hygienische Aufbewahrung und Zubereitung von Essen, wobei in gewissem Umfang berücksichtigt wird, dass Kochen und Essen auch Privatsache sind,
  • ausreichendes und gesundes Essen morgens und abends im Camp,
  • Kommunikation mit dem Hinterland, z.B. Telefon und Internetanschluss.
  • Soziales Leben.

Campingwagen und Container sind im Zusammenhang mit Bauarbeiten keine optimale Wohnumgebung.