Wahl eines Arbeitsschutzvertreters

In Unternehmen mit zehn Beschäftigten oder mehr sowie auf Baustellen mit fünf Beschäftigten oder mehr müssen die Beschäftigten einen Arbeitsschutzvertreter wählen, der sie in der Arbeitsschutzorganisation vertritt.

Eine aktive Teilnahme der Beschäftigten an der Arbeitsschutzorganisation ist für eine reibungslose Arbeitsschutzarbeit wichtig. Daher sollte sich die Unternehmensführung bemühen, die Beschäftigten zur Wahl eines Arbeitsschutzvertreters zu bewegen.

Gelingt dies nicht, nimmt der Vorarbeiter allein die Arbeit in der Arbeitsschutzgruppe wahr, bis die Mitarbeiter einen Arbeitsschutzvertreter gewählt haben. Der Arbeitgeber muss die Mitarbeiter kontinuierlich zur Wahl eines Arbeitsschutzvertreters auffordern.

Der Arbeitsschutzvertreter wird von all denjenigen Beschäftigten gewählt, die von der Arbeitsschutzgruppe oder Arbeitsschutzorganisation umfasst sein sollen. Der Arbeitgeber, Betriebsleiter und Vorarbeiter nehmen nicht an der Wahl teil.
Üblicherweise legen die Bestimmungen für die Wahl einer Vertrauensperson innerhalb des betre enden Tarifgebiets fest, wer gewählt werden kann.

Die Mitarbeiter wählen den Arbeitsschutzvertreter in der Regel für jeweils zwei Jahre. Wenn sich das Unternehmen und die Beschäftigten darauf einigen, lässt sich die Funktionsdauer auf bis zu vier Jahre verlängern.

Ebenso wie Vertrauensleute genießt der Arbeitsschutzvertreter einen Kündigungsschutz innerhalb des Tarifgebiets, und auch seine Anstellungsbedingungen können nicht verschlechtert werden.

Eventuelle Uneinigkeiten bezüglich des Schutzes sind arbeitsrechtlich, d.h. durch Schlichtungssitzungen zwischen den Parteien, und eventuell vor dem Arbeitsgericht zu entscheiden.