Die Arbeitsschutzorganisation im Unternehmen

In allen Unternehmen muss es eine Zusammenarbeit in Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit geben. Die Zusammenarbeit soll dazu beitragen, dass die Angestellten unter so guten und sicheren Verhältnissen wie möglich arbeiten. Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, dass die Angestellten ein langes Berufs- leben hindurch in der Branche festgehalten werden können und eine hohe Lebensqualität aufrecht erhalten.

Alle Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten müssen über eine Arbeitsschutzorganisation verfügen.

In der Arbeitsschutzorganisation müssen sowohl Vertreter der Mitarbeiter als auch der Unternehmensführung sitzen.

In Unternehmen mit einer Arbeitsschutzorganisation muss jedes Jahr erörtert werden, wie die Zusammenarbeit in Bezug auf den Arbeitsschutz funktioniert, und die Arbeitsschutzpläne für das kommende Jahr müssen diskutiert werden.

Aufbau der Arbeitsschutzorganisation

Die Anzahl der Mitglieder und Arbeitsschutzgruppen in der Arbeitsschutzorganisation wird in Zusammenarbeit mit den Beschäftigten und Vorarbeitern nach einem Prinzip der Nähe festgesetzt. In der Arbeitsschutzorganisation muss es mindestens die gleiche Anzahl von Arbeitsschutzvertretern wie Vorarbeiter geben.

Die Vorarbeiter in der Arbeitsschutzorganisation müssen über die notwendigen Kenntnisse in Bezug auf die Produktion und die unterschiedlichen Arbeitsbereiche des Unternehmens verfügen.
Es muss gewährleistet sein, dass alle Beschäftigten innerhalb der Arbeitszeit der Beschäftigten mit ihren Arbeitsschutzvertretern in Kontakt kommen können, und es muss möglich sein, dass die Beschäftigten innerhalb der Arbeitszeit der Beschäftigten mit der Arbeitsschutzorganisation Arbeitsschutzverhältnisse erörtern können.

Die Berechnung der Beschäftigten umfasst alle Beschäftigten – hierunter auch Teilzeitbeschäftigte – die nicht zu den Unternehmensleitern oder Vorarbeitern gehören. Dies gilt auch für all diejenigen, die ganz oder teilweise auf Baustellen arbeiten oder andere wechselnde/vorübergehende Arbeitsstätten außerhalb der festen Arbeitsstätte des Unternehmens haben.

Personen, die für die Arbeit auf einer bestimmten Baustelle angestellt wurden und ihre Arbeit ausschließlich hier ausführen, sind normalerweise nicht von der Anzahl der Beschäftigten im Mutterbetrieb umfasst. Falls sie ihre Arbeit auf einer neuen Baustelle fortsetzen, werden sie ab diesem Zeitpunkt mitgezählt.

Arbeitsschutzarbeit in Unternehmen mit 1-9 Beschäftigten

Unternehmen mit 1-9 Beschäftigten sind nicht verpflichtet, eine Arbeitsschutzorganisation zu errichten. Der Arbeitgeber hat jedoch dafür zu sorgen, dass die Kooperation in Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit durch den direkten Kontakt und im direkten Dialog mit dem Arbeitgeber, Vorarbeitern und den übrigen Beschäftigten geschieht.
In Unternehmen ohne eine Arbeitsschutzorganisation muss jedes Jahr erörtert werden, wie die Zusammenarbeit in Bezug auf den Arbeitsschutz funktioniert, und die Arbeitsschutzpläne für das kommende Jahr müssen diskutiert werden. Darüber hinaus ist zu erörtern, ob das Unternehmen das nötige Fachwissen hinsichtlich der Arbeitssicherheit hat.

In Unternehmen ohne eine Arbeitsschutzorganisation hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten die notwendigen Informationen über Sicherheit und Gesundheit erhalten. Die Beschäftigten müssen auch in die Planung und Einführung neuer Technologien und Konsequenzen für die Sicherheit und Gesundheit bei der Wahl von Geräten, persönlicher Schutzausrüstung und technischen Hilfsmitteln usw. informiert werden.

Auf Baustellen besteht jedoch die Pflicht, eine Arbeitsschutzorganisation zu etablieren, falls in einem Zeitraum von mehr als 14 Tagen fünf Personen oder mehr für denselben Arbeitgeber arbeiten.

Arbeitsschutzarbeit in Unternehmen mit 10-34 Beschäftigten

In Unternehmen mit 10-34 Beschäftigten ist eine Arbeitsschutzorganisation zu etablieren, die aus Vorarbeitern und gewählten Arbeitsschutzvertretern und dem Arbeitgeber oder Betriebsleiter als Vorsitzendem besteht.

Die Arbeitsschutzorganisation hat sowohl die strategischen – übergeordneten – als auch die operationellen – täglichen – Aufgaben wahrzunehmen.

Arbeitsschutzarbeit in Unternehmen mit über 35 Beschäftigten

In Unternehmen mit 35 oder mehr Beschäftigten ist eine Arbeitsschutzorganisation mit Folgendem zu etablieren:

  • einer oder mehreren Arbeitsschutzgruppen und
  • einem oder mehreren Arbeitsschutzausschüssen.

Eine Arbeitsschutzgruppe besteht aus 1 Vorarbeiter und 1 Arbeitsschutzvertreter. Ein Arbeitsschutzausschuss besteht aus einem Vorarbeiter und Arbeitsschutzvertretern von einer oder mehreren Arbeitsschutzgruppen, bei der/denen der Arbeitgeber oder Betriebsleiter als Vorsitzender fungiert.

Der Arbeitsschutzausschuss im Unternehmen

Der Arbeitsschutzausschuss besteht aus den Mitgliedern der Arbeitsschutzgruppen. Bei mehr als zwei Arbeitsschutzgruppen wählen die Arbeitsschutzvertreter untereinander zwei Mitglieder, und die Vorarbeiter wählen ebenfalls zwei Mitglieder unter sich für den Arbeitsschutzausschuss. Den Vorsitz führt der Arbeitgeber oder Betriebsleiter.

Die Mitglieder und Vertreter werden für jeweils zwei Jahre gewählt. Unternehmen können einen Wahlzeitraum von höchstens vier Jahren für die Arbeitsschutzvertreter vereinbaren.

Der Arbeitsschutzausschuss hat die Sicherheits- und Gesundheitsarbeit im Unternehmen zu planen, zu koordinieren und zu leiten, hierunter auch die Arbeit der Arbeitsschutzgruppen.

Der Ausschuss hat den Arbeitgeber auch bei der Lösung der Arbeitsschutzfragen und der Frage, wie sich der Arbeitsschutz in die strategische Unterneh- mensführung und den täglichen Betrieb integrieren lässt, zu beraten. Der Ausschuss hat bei der Festsetzung der Größe der Arbeitsschutzorganisation mitzuwirken und Ratschläge zum Kompetenzentwicklungsplan des Unternehnmens zu unterbreiten.

Der Ausschuss kontrolliert die Arbeitsschutzarbeit und muss dafür sorgen, dass die Arbeitsschutzgruppen über den Arbeitsschutz informiert und beraten werden.

Der Ausschuss muss an der Erstellung der Arbeitsplatzbeurteilung des Unternehmens teilnehmen.

Der Arbeitsschutzausschuss hat einmal jährlich eine Gesamtübersicht über Unfälle, Vergiftungen und Gesundheitsschäden im Unternehmen zu erstellen.

Darüber hinaus sind Prinzipien für die Ausbildung und Anweisung festzulegen, die an die Arbeitsverhältnisse im Unternehmen und an die Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst sind.

Es ist ein Plan mit dem Au au der Arbeitsschutzorganisation mit einer Angabe der Mitglieder zu erstellen, und die Beschäftigten sind über den Plan zu informieren.

Sind einige Mitglieder der Arbeitsschutzorganisation nicht anwesend, wählen die anwesenden Mitglieder im Unternehmen oder an der Arbeitsstätte die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen. Die Mitglieder der Arbeitsschutzorganisation sind anschließend schnellstmöglich über die Wahl zu informieren.

Bei der jährlichen Besprechung muss der Arbeitsschutzausschuss zur Kooperationsform und zur Anzahl der jährlichen Sitzungen Stellung nehmen.

Aufgaben der Arbeitsschutzgruppe

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Die Arbeitsschutzgruppe nimmt die täglichen Arbeitsschutzaufgaben des Teils des Unternehmens oder der Baustelle wahr, den die Arbeitsschutzgruppe abdeckt.

Die Arbeitsschutzgruppe hat bei der Planung der Sicherheits- und Gesundheitsarbeit und Erstellung der Arbeitsplatzbeurteilung teilzunehmen.

Die Gruppe muss kontrollieren, ob die Arbeitsverhältnisse in Bezug auf den Arbeitsschutz vollkommen ordnungsgemäß sind und ob die Ausbildung und Anweisung effizient sind und in den Sprachen erfolgen, die von den Mitarbeitern gesprochen und verstanden werden. Verwenden Sie evtl. einen Dolmetscher.

Die Gruppe hat auch an einer Untersuchung der Unfälle, Vergiftungen und Gesundheitsschäden oder diesbezüglichen Risiken teilzunehmen.

Ebenso ist es wichtig, dass die Arbeitsschutzgruppe die übrigen Beschäftigten permanent zu einem Verhalten inspiriert, das eine gute Praxis in Bezug auf den Arbeitsschutz fördert.

Die Arbeitsschutzgruppe stellt das Verbindungsglied zwischen den Beschäftig- ten und dem Arbeitsschutzausschuss dar und hat somit Arbeitsschutzfragen an den Arbeitsschutzausschuss weiterzusenden, für den Fall, dass die Arbeitsschutzgruppe die Probleme nicht selbst lösen kann.

Sind der Vorarbeiter und der Arbeitsschutzvertreter nicht gleichzeitig anwe- send, nimmt das anwesende Mitglied die Aufgaben der Arbeitsschutzgruppe wahr. Maßnahmen, die in Abwesenheit des Anderen getro en werden, sind diesem schnellstmöglich mitzuteilen.

Falls man nicht genügend Zeit hat, um sich mit dem Vorsitzenden des Arbeitsschutzausschusses in Verbindung zu setzen, kann die Arbeitsschutzgruppe die Arbeit oder den Arbeitsablauf auf eigene Initiative abbrechen, falls von dieser/diesem eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit oder Gesundheit der Beschäftigten ausgeht.

Wird die Arbeit abgebrochen, muss sich die Arbeitsschutzgruppe umgehend mit der Unternehmensführung in Verbindung setzen und erläutern, warum dieser Schritt notwendig war.

Sitzungen der Arbeitsschutzorganisation im Unternehmen

Außer der jährlichen Arbeitsschutzbesprechung halten die Arbeitsschutzgruppe und der Arbeitsschutzausschuss bedarfsweise Sitzungen ab, so dass es möglich ist, die Aufgaben zu lösen, die der Gruppe und dem Ausschuss auferlegt worden sind.

Der Arbeitsschutzausschuss hält seine Sitzungen üblicherweise im Falle von schwerwiegenden Unfällen, Gesundheitsschäden oder Risiken von Unfällen und Schäden ab.

Aufgaben des Arbeitsschutzausschusses im Unternehmen

Der Arbeitsschutzausschuss hat die Sicherheits- und Gesundheitsarbeit im Unternehmen zu planen, zu koordinieren und zu leiten, hierunter auch die Arbeit der Arbeitsschutzgruppen.

Die Aufgabe des Arbeitsschutzausschusses besteht darin, eine systematische Arbeitsschutzarbeit zu gewährleisten. Dies kann z.B. Folgendes sein:

  • Eine Arbeitsschutzpolitik mit einer eindeutigen Zielsetzung für die Arbeits- schutzarbeit.
  • Eindeutige Arbeitsschutzbestimmungen sowohl für die Beschäftigten als auch für die Zulieferer.
  • Das Untersuchen und Erfassen eventueller Unfälle.
  • Die jährliche Arbeitsschutzbesprechung.

Der Arbeitgeber und die Beschäftigten können sich gemäß Vereinbarung für eine andere Planung der Arbeitsschutzorganisation entscheiden. Dies setzt jedoch auch eine Vereinbarung auf Organisationsebene voraus.

Empfangskultur

Ungeachtet der Größe des Unternehmens sollte ein Plan dafür erarbeitet werden, wie man neue Angestellte empfängt, hierunter Lehrlinge, Jugendliche und Ausländer, welche die Regeln, Gebräuche und Arbeitsabläufe auf der Baustelle noch nicht kennen.

Es ist zu gewährleisten, dass sie sich selbst oder andere nicht aus Unwissenheit in Gefahr bringen, sondern von Anfang an eine gute Sicherheitskultur und -routinen erlernen.