Arbeitsschäden

Arbeitsschäden sind eine übergeordnete Bezeichnung für Arbeitsunfälle, gesundheitliche Beanspruchungen von kurzer Dauer und arbeitsbedingte Leiden.

Arbeitsunfälle
Ein Arbeitsunfall ist ein plötzlich eintretendes, unerwartetes und Schaden verursachendes Ereignis, das im Zusammenhang mit der Arbeit eintritt und einen Personenschaden verursacht.

Ein Beispiel für einen Arbeitsunfall ist ein Beschäftigter, ein Vorarbeiter oder ein Meister, der von einem Dach fällt, auf dem er gerade arbeitet. Falls die Person bei der Arbeit ist, wenn sich der Unfall ereignet, ist es egal, worin die Arbeit bestand und wo sich der Unfall ereignet.

Von einem Arbeitsunfall spricht man auch dann, wenn sich ein Verkehrsunfall eines Beschäftigten ereignet, während dieser bei der Arbeit ist.

Arbeitsbedingte Leiden
Ein arbeitsbedingtes Leiden ist eine Berufskrankheit, die nach einer längeren Zeit der Beeinträchtigung durch die Arbeit oder die Verhältnisse, unter denen die Arbeit erfolgt, entsteht.

Dies kann beispielsweise Lungenkrebs sein, wenn festgestellt wurde, dass der Krebs entstanden ist, da man Asbestfasern ausgesetzt war.

In einigen Fällen sind die Grenzen zwischen Unfällen und arbeitsbedingten Leiden fließend. Eine Hörschädigung nach einer Explosion z.B. ist ein Unfall, während eine Hörschädigung nach einem Aufenthalt von längerer Dauer in einem sehr lauten Umgebung ein arbeitsbedingtes Leiden ist.

Ein Rückenschaden nach einem Sturz ist ein Unfall, während ein Rückenschaden nach einer längeren Arbeit in einer falschen Arbeitsstellung ein arbeitsbedingtes Leiden ist.

Anmeldung von Unfällen

Der Arbeitgeber hat Arbeitsunfälle, hierunter plötzlich auftretende Rückenschäden durch Heben, spätestens 9 Tage nach dem Unfalltag bei der Arbeitsaufsichtsbehörde anzumelden.

Die Anmeldepflicht gilt für alle Arbeitsunfälle, bei denen der Geschädigte mindestens einen Tag abgesehen vom Unfalltag abwesend ist.

Der/die Wochentag(e), an dem/denen der Geschädigte abwesend ist, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, ob die Abwesenheit durch den Arbeitsunfall verursacht wurde.

Alle anderen haben das Recht, einen Arbeitsunfall anzumelden. Dies gilt u.a. für die Person, die durch den Unfall zu Schaden gekommen ist, oder deren Organisation.

Die Arbeitsaufsichtsbehörde benötigt die Anmeldungen, um dem Unfall nachgehen und ähnliche Unfälle künftig vermeiden zu können.

Für das staatliche Versicherungsamt für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten (Arbejdsskadestyrelsen) und die Versicherungsgesellschaft des Arbeitgebers ist die Anmeldung wichtig, damit der Beschäftigte eine eventuelle Entschädigung erhalten kann.

Die Anmeldung muss elektronisch über das EASY-System der Arbeitsaufsichtsbehörde und das staatliche Versicherungsamt für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten erfolgen. Weitere Informationen über das EASY-System finden Sie auf der Homepage der Arbeitsaufsichtsbehörde, www.at.dk

Das EASY-System lässt sich auch vom einzelnen Unternehmen zur Eintragung von Beinahe-Unfällen und Unfällen ohne Abwesenheit im Zusammenhang mit der vorbeugenden Arbeitsschutzarbeit des Unternehmens verwenden. Diese Eintragungen können nur vom Unternehmen selbst eingesehen werden und erfordern einen Zugang mit digitaler Unterschrift.

Anmeldung arbeitsbedingter Leiden

Ärzte und Zahnärzte müssen die Arbeitsaufsichtsbehörde und das staatliche Versicherungsamt für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten benachrichtigen, falls sie bei einer Person ein arbeitsbedingtes Leiden oder andere schädliche Einflüsse durch die Arbeit feststellen oder einen derartigen Verdacht haben.

Auch andere Personen können einen Verdacht auf ein arbeitsbedingtes Leiden anmelden.

Arbeitsunfallversicherung und Arbeitsunfallentschädigung

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine gesetzliche Versicherung abzuschließen, die die Folgen der Arbeitsschäden bei den Beschäftigten deckt. Die Versicherung deckt bestimmte Behandlungskosten, Entschädigung beim Verlust der Arbeitsfähigkeit, bleibende Schäden und eine Entschädigung für die Hinterbliebenen.

Die Versicherung greift ungeachtet der Tatsache, wer für den Unfall oder Schaden verantwortlich ist.

Sie deckt weder Verdienstausfälle noch Schmerzensgeld ab. Diese werden in der Regel von der Berufshaftpflichtversicherung des Arbeitgebers abgedeckt. Es empfiehlt sich, eine solche Versicherung abzuschließen, obwohl dies nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.

Unfallanalyse/Information über Unfälle

Das Unternehmen hat Unfälle und arbeitsbedingte Leiden systematisch zu untersuchen, um ähnliche Schäden künftig vermeiden zu können.

Die Arbeitsschutzorganisation hat für die Untersuchung der Ursachen von Unfällen, Vergiftungen und Gesundheitsschäden sowie diesbezüglichen Risiken zu sorgen, um Maßnahmen ergreifen zu können, die ähnliche Unfälle oder Ereignisse verhindern sollen. Der Ausschuss hat einmal jährlich eine Gesamtübersicht über Unfälle, Vergiftungen und Gesundheitsschäden im Unternehmen zu erstellen.

Das Ziel der Untersuchung der Unfälle besteht nicht darin, die Schuldigen oder Verantwortlichen zu finden. Stattdessen soll die Methode aufdecken, welche Möglichkeiten bestehen, um ähnliche Schäden zukünftig zu vermeiden.

Häufig muss man die Arbeitsplatzbeurteilung (APB) gemäß dem neuen Wissen, das die Analyse ergibt, anpassen.

Leiten Sie die vorbeugende Arbeit so schnell wie möglich nach einem Unfall in die Wege. Damit machen Sie deutlich, dass vorbeugende Maßnahmen bei Ihnen einen hohen Stellenwert haben.

Vorgehensweise
Die Methode ist in drei Schritte unterteilt:

  1. Erfassung von Tatsachen.
  2. Analyse des Unfalls.
  3. Sichere Lösungen zur Vorbeugung.

Erfassung von Tatsachen
Sammeln Sie so viele Angaben wie möglich über die Geschehnisse und die Umstände, unter denen sie sich ereignet haben.

Denken Sie auch daran, dahinterliegende Ursachen zu berücksichtigen, z.B. Zeitdruck oder eventuell fehlende Anweisungen.

Beginnen Sie mit der Erfassung schnellstmöglich, während Sie alles noch frisch im Gedächtnis haben und sich eventuelle Zeugen noch am Arbeitsplatz befinden.

Sammeln Sie sorgfältig alle Fakten, Meinungen, Erlebnisse und Beobachtungen in Bezug auf den betreffenden Unfall. Machen Sie eventuell ein Foto oder zeichnen Sie eine Skizze.

Sprechen Sie mit allen relevanten Personen. Dies können Bauleiter sein, die Hintergrundinformationen zur Unfallursache liefern können.

Stellen Sie bei der Erfassung breit gefächerte Untersuchungen an. Eine Verstauchung des Rückens nach einem plötzlichen Schaden aufgrund von Hebemaßnahmen kann z.B. eine Abkühlung des Körpers wegen Regen auf zurückzuführen sein. Dies weist u.a. darauf hin, dass die Sicherheitsvorkehrungen u.a. eine Wintereindeckung umfassen sollten.

Analyse des Unfalls
Nach der Beschreibung aller wesentlichen Unfallangaben können Sie mit der Analyse beginnen.

Analysieren Sie Schritt für Schritt, um zu beantworten, was passiert ist und warum es passiert ist.

Bedenken Sie, dass die meisten Unfälle mehrere Ursachen haben können. Es ist wichtig, alle Ursachen zu erforschen, um somit die besten Möglichkeiten für vorbeugende Maßnahmen im Unternehmen zu schaffen.

Verwenden Sie nur die Angaben, die Sie bei der Erfassung gewonnen haben.

Das beste Ergebnis erzielt man häufig dann, wenn die Arbeitsschutzorganisation die Analyse gemeinsam durchführt und sich dafür die nötige Zeit nimmt.

Sichere Lösungen zur Vorbeugung
Gehen Sie die einzelnen Schritte der Analyse durch, um zu erkennen, wie der Unfall hätte vermieden werden können.

Beurteilen Sie danach alle Vorschläge zu Änderungen in Arbeitsabläufen und anderen vorbeugenden Maßnahmen und entscheiden Sie, welche gleich und welche zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden müssen.

Beschließen Sie zuletzt, wer die Verantwortung für die Durchführung der Vorbeugemaßnahmen trägt, wann diese vorliegen müssen und wie Sie die Ergebnisse der Untersuchung in Ihrer APB anwenden können.

Auf der Homepage der Arbeitsaufsichtsbehörde, www.at.dk, ist die genannte Methode beschrieben.

Erste Hilfe

Das Unternehmen muss sicherstellen, dass bei Brand, Rettung und Erster Hilfe die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. Das Unternehmen muss u.a. Folgendes gewährleisten:

  • dass man mit dem passenden Brandmaterial und der passenden Rettungsausrüstung sowie den nötigen Hilfsmitteln für Erste Hilfe in Unfallsituationen ausgestattet ist, und
  • dass es speziell geschulte Personen gibt, die bei eventuellen Unfällen Erste Hilfe leisten können.

BFA empfiehlt, dass das Unternehmen diese Verhältnisse – sowohl im Zusammenhang mit der Erarbeitung eines Bereitschaftsplans als auch bei der Erstellung seiner APB – in seinen Beurteilungen berücksichtigt. Außerdem wird auch empfohlen, dass das Unternehmen eine Liste darüber erstellt, welche Personen Erste Hilfe leisten können.