Schachtarbeiten

Eine erfahrene Person sollte die Erdarbeiten leiten und überwachen; dazu gehört, dass er die Beschaffenheit des Bodens untersucht und zu der Böschungsneigung und dem Einsatz von Versteifungsmaterial Stellung nimmt.

Bevor Sie mit dem Graben beginnen, kann es erforderlich sein, Folgendes bei den lokalen Behörden oder Versorgungsgesellschaften in Erfahrung zu bringen:

  • Verschmutzung des Bodens durch frühere Produktion oder durch Mülldeponien.
  • Eventuelle frühere Grabungen in  Verbindung mit Versorgungsleitungen o.ä.
  • Sie müssen besonders darauf achten, ob sich Installationen im Boden befinden. Das können z.B. Gas- oder Fernmeldeleitungen sein.
  • Grabungsgenehmigung der kommunalen Behörden.

Es kann erforderlich sein, vor den Erdarbeiten Bodenuntersuchungen durchzuführen, z.B. um festzustellen, ob der Boden verunreinigt ist und wenn ja, in welchem Umfang.

Schriftliche Beurteilung – Arbeitsplan

Bei Erdarbeiten in Tiefen von mehr als 5 m (besonders gefährlicher Arbeit) muss der Arbeitgeber eine schriftliche Beurteilung der Durchführung der Arbeit vornehmen. Die Beurteilung muss, wenn erforderlich, konkrete Maßnahmen enthalten, damit eine eventuelle Gefahr vermieden werden kann.

Wenn es mehr als einen Arbeitgeber gibt, muss der Bauherr in solchen Fällen auch einen Plan für Sicherheit und Gesundheit anfertigen. Alle Arbeitsprozesse müssen in angemessener Weise erfolgen können, auch mit Hinblick auf Ergonomie und gute Arbeitshaltungen.

Notbereitschaft

Bei der Planung der Erdarbeit können konkrete Verhältnisse es erfordern, dass ein Notbereitschaftsplan erarbeitet wird. Hier muss das notwendige Material zur Verfügung stehen. Dies können z.B. Pumpen, Leitern, zusätzliches Versteifungsmaterial, Atemschutz und besondere Arbeitskleidung sein, wenn das Risiko besteht, dass man auf Verunreinigungen stößt.

Sicherheit bei Erdarbeiten

Denken Sie daran, den Boden abzudecken, und sorgen Sie in der kalten Jahreszeit für Licht. Regen, Schnee, Frost und Dunkelheit können von großer Bedeutung für die Sicherheit bei Erdarbeiten sein.

Hinter einem anscheinend stabilen Boden können sich Sandadern, Wasser führende Schichten (Fluss) und früher ausgegrabene Erde mit loserem Füllmaterial befinden. Darum besteht bei allen Hängen die Gefahr eines Einsturzes. Achten Sie besonders auf z.B. Sand, Moor, Fluss, Wasseradern oder einen hoch liegenden Grundwasserspiegel.

Achten Sie außerdem auf Gebäude, Konstruktionen oder Bäume in unmittelbarer Nähe der Stelle, an der Sie graben müssen.

Sie müssen außerdem z.B auf Schwerverkehr von Bussen, Lastwagen und auf eingerammte Pfähle sowie auf Sprengungen achten, die die Stabilität des Bodens beeinflussen können.

Erdarbeiten bei Straßenbauarbeiten

Sie müssen einen Kennzeichnungsplan anfertigen, wenn die Erdarbeiten auf befahrenen Straßen durchgeführt werden. Die lokale Straßenbaubehörde muss den Plan genehmigen, der den Bestimmungen für die Kennzeichnung entsprechen muss.

Die Entfernung zwischen der Arbeitsstelle und der Straße ist wichtig, da Vibrationen, die von dem vorbei fahrenden Verkehr ausgehen, zu einem Erdrutsch in der Baugrube führen können.

Ausschachtung ohne Versteifung

Es ist wichtig, dass die Seiten bei einer Ausschachtung ohne Versteifung nicht einstürzen. Dies kann u.a. sicher gestellt werden:

  • durch die Einrichtung von Anlagen,
  • indem Sie dafür sorgen, dass die Seiten glatt und frei von großen Steinen sind, und
  • indem Sie ausgegrabene Erde entfernen, damit diese nicht die Kanten belasten und die ausgegrabene Erde nicht hinabrutschen kann.

Zur Sicherung gegen gefährliche Einstürze können so genannte Böschungsanlagen errichtet werden, bei denen die Seiten wie Treppenstufen mit einer Neigung im Verhältnis 1:2 (1 seitwärts und 2 aufwärts) aussehen. Bei Grabungstiefen von mehr als 5 m muss die Anlage eine Neigung im Verhältnis 1:1 haben.

Ausnahmsweise kann es vertretbar sein, in Ausschachtungen ohne Anlagen in einer Tiefe bis zu 1,7 m zu arbeiten – wenn festgestellt wird, dass der Boden stabil ist.  Normalerweise muss jedoch eine Sicherung gegen Einsturz bei Arbeiten in schmalen Ausschachtungen geschaffen werden, wo z.B. kniend gearbeitet werden muss.

Erdarbeiten in Verbindung mit Straßenbauarbeiten muss der Abstand zwischen dem Rand der Ausschachtung und der Fahrbahn mindestens genau so groß sein wie die Tiefe der Ausschachtung.

Ausschachtung mit Versteifung

Sie müssen die Ausschachtung versteifen, wenn es nicht möglich ist, eine Böschungsanlage zu schaffen. Hierzu haben Sie mehrere Möglichkeiten:

gravearbejde-1-kap-4-tysk

Verwenden Sie Klammern, wenn Sie höchstens bis zu einer Tiefe von 2,25 m graben müssen. Hinter den Klammern müssen aufrecht stehende Sperrholzplatten angebracht sein, die 0,15 m über den Rand hinausragen.

gravearbejde-2-kap-4-tysk

Verwenden Sie Streckplanken, wenn Sie tiefer als 2,25 m graben müssen.

Verwenden Sie einen Grabungskasten. Er muss mindestens 0,15 m über den Rand hinausragen, wenn er auf dem Boden der Ausschachtung steht. Der Grabungskasten muss bis ganz auf den Boden des Rinnengraben hinabgehen.

gravearbejde-3-kap-4-tysk

Bei Verwendung eines Grabungskastens gilt im Übrigen, dass man sich nur auf der Fläche aufhalten darf, die durch den Grabungskasten gesichert ist. Außerdem muss es möglich sein, von dem Grabungskasten aus mit Hilfe einer Leiter hinauf zu gelangen.

Gleiches gilt bei der Einrichtung einer Versteifung mit Klammern oder Streckplanken. Hier wird beim Beginn der Versteifung möglichst viel auf ebener Ebene fertig gestellt. Danach wird die Versteifung laufend vom Boden und von dem versteiften Teil der Ausschachtung aus durchgeführt.

Ist entlang den Rändern der Ausschachtung zu ebener Erde ein Geländer erforderlich, kann dieses als Teil der Versteifung angefertigt werden.

gravearbejde-4-kap-4-tysk

Bei großen Grabungstiefen kann es notwendig sein, eine Spundwand einzurichten.

Erdarbeiten in der Nähe existierender Leitungsnetze

Wenn dort, wo Sie graben müssen, Leitungen in der Erde oder in der Luft vorhanden sind, müssen diese Verhältnisse bei der Planung der Erdarbeiten berücksichtigt werden.

Sorgen Sie dafür,

  • dass Informationen über Leitungen im Umkreis von 10 m um die Ausschachtungsstellen vorliegen.
  • dass Installationen in der Erde gut gekennzeichnet sind.
  • dass Luftleitungen, Fahrbahnen und Fahrradwege auf Zeichnungen o.ä. deutlich gekennzeichnet sind.

Geltende Sicherheitsabstände sind beim Arbeiten in der Nähe von Lutftleitungen einzuhalten. Die gezeigten Mindestabstände sind einzuhalten.

gravearbejde-5-kap-4-tysk

gravearbejde-6-kap-4-tysk

Der Respektabstand beim Niederspannungsluftkabel beträgt 1,5 m in einem Umkreis von der Kabelaufhängung sowie 3 m ab dem Erdniveau bis hierhin.

Zerstörung von Luftleitungen oder Erdkabeln

Wenn ein Bagger eine Luftleitung oder ein Erdkabel rammt, müssen Sie wie folgt vorgehen:

  • Bleiben Sie im Bagger, bis die Leitung spannungslos gemacht worden ist.
  • Halten Sie sämtliche Personen vom Bagger fern – siehe Sicherheitsabstand.
  • Unterrichten Sie die lokale Stromversorgungsgesellschaft, rufen Sie eventuell an.

Zugangs- und Fluchtwege

Bei allen Ausschachtungen müssen angemessene Zugangs- und Fluchtwege vorhanden sein.

gravearbejde-7-kap-4-tysk

In schmalen Ausgängen muss in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes eine Leiter vorhanden sein.

Baugruben

Die Gefahr eines Erdrutsches ist besonders groß, wenn die Arbeit in einer Baugrube erfolgt, da die Seiten oft längere Zeit hindurch stehen müssen und somit Wind und Wetter ausgesetzt sind.

Die Böschungen müssen deshalb entweder versteift sein oder eine Böschungsanlage haben, wenn die Arbeit zwischen Fundament und Böschung erfolgt.

Die Arbeitsfläche muss mindestens einen Meter (gemessen in Kniehöhe) breit sein. Der Boden der Baugrube muss flach und eben sein, so dass in zumutbarer Weise gearbeitet werden kann – legen Sie eventuell eine Schicht Stabil Kies aus.

Eine Treppe muss sicher stellen, dass man in die Baugrube hinein und aus ihr heraus gelangen kann. Sie muss auf beiden Seiten ein Geländer sowohl mit Handleiste als auch mit Knieleiste haben. Wenn Werkzeug transportiert werden muss, muss die Treppe mindestens 0,8 m breit sein.

gravearbejde-8-kap-4-tysk

Für die Neigung der Treppe gilt die Formel „zwei Stufenhöhen und ein Boden = 0,60 til 0,63 m“, und die einzelnen Stufen dürfen höchstens um 0,2 m ansteigen.

In Baugruben, die verspundet sind, wird ein Treppenturm als Zugangsweg oder eventuell ein Bauaufzug aufgestellt.

In unmittelbarer Nähe der Arbeitsstellen muss immer eine Leiter vorhanden sein, die man als Fluchtweg zwischen Fundament und Böschung verwenden kann.

Es darf nicht die Gefahr bestehen, dass man in die Baugrube fällt. Stellen Sie 2 m vom Rand entfernt eine Kennzeichnung auf oder errichten Sie ein Geländer. Das Geländer muss zur Treppe hin offen sein.