Grenzwerte und Messungen

Das Arbeitsschutzgesetz enthält Grenzwerte für eine Reihe von Stoffen, Materialien und Arbeitsprozessen. Der Grenzwert kann nicht isoliert verwendet werden, sondern ist Bestandteil einer Gesamtbeurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse.

Häufig wird man mehreren Stoffen auf einmal ausgesetzt, z.B. mehreren Arten von Dämpfen aus Lösungsmitteln oder beim Schweißen entstehendem Rauch mit verschiedenen Stoffen, von denen jeder für sich schädlich ist. Hier ist es nicht ausreichend, den Grenzwert für jeden einzelnen Stoff einzuhalten, weil die Gesamtwirkung (Kombinationswirkung) stärker werden kann. Beispielsweise entsteht eine starke Wirkung, wenn schwere körperliche Arbeit mit Luftverschmutzung wie Staub, Rauch, Dampf oder Ölnebeln kombiniert wird. Man atmet stärker bei schwerer Arbeit und atmet deshalb mehr von der verschmutzten Luft ein. Die Konzentration aller Luftverschmutzungen muss deshalb allgemein so weit unter dem Grenzwert gehalten werden wie möglich. Wenn Sie im Zweifel sind, setzen Sie einen staatlich zugelassenen Arbeitsschutzberater ein.

Es reicht nicht aus, dass der Grenzwert eingehalten wird, wenn man durch technische Maßnahmen die Verschmutzung weiter begrenzen kann. Man muss normalerweise technische Maßnahmen einführen, die der guten Praxis in der Branche entsprechen oder den Prozessen in anderen Branchen entsprechen. Darum ist es selten erforderlich, die Luftkonzentrationen der Stoffe zu messen, da die vorbeugenden Maßnahmen unter allen Umständen vorgenommen werden.

Verwendung von Messungen

Messungen sind überflüssig, wenn man weiß, dass es eine Luftverschmutzung gibt und wenn man weiß, woher diese kommt. Das kann man feststellen, wenn man Folgendes gründlich untersucht:

  • Art und Menge der verwendeten Stoffe und Materialien.
  • Prozesse und Arbeitsschritte, einschließlich ihrer Häufigkeit und Dauer.
  • Technische Maßnahmen.
  • Reinigung.
  • Aufräumen und Ordnung am Arbeitsplatz

Erfahrungen aus anderen entsprechenden Unternehmen und Prozessen können bei der Beurteilung von Nutzen sein. Dies gilt, obwohl Messungen aus einem Unternehmen sich nicht direkt auf ein anderes Unternehmen übertragen lassen.

Ist es nicht möglich, die Verhältnisse nach den obigen Prinzipien zu beurteilen, kann man eine orientierende Untersuchung durchführen. Das Ziel ist, mit einfachen Mitteln zu beurteilen, ob die Luftqualität akzeptabel ist. Verwenden Sie bei dieser Art von Untersuchung Geräte mit direkter Anzeige. Wenn Sie im Zweifel sind, ob eine Luftverschmutzung schädlich ist, kontaktieren Sie einen staatlich zugelassenen Arbeitsschutzberater.