Blei

Bleiverbindungen wurden früher u.a. in Anstrichfarben und als Eindeckung verwendet.

Dies gilt besonders dann, wenn das Risiko einer Einwirkung von Blei und bleihaltigem Material beim Entfernen der Abdichtung oder bei Abrissarbeiten, besteht. Dies gilt besonders, wenn man Materialien, die mit bleihaltiger Farbe bedeckt sind, abbrennt oder aufschneidet.

Wenn man für längere Zeit Blei ausgesetzt ist, können z.B. das Nervensystem, das Gehirn, die Nieren und der Magen-Darm-Kanal geschädigt werden. Es kann Blutmangel eintreten, und das Blei kann sowohl bei Männern als auch Frauen die Fortpflanzungsfunktion reduzieren sowie den Fötus schädigen. Bestimmte Bleiverbindungen sind außerdem krebserregend.

Jugendliche unter 18 Jahren, schwangere und stillende Frauen dürfen nicht in Umgebungen arbeiten, in denen sie Blei ausgesetzt sind. Eine Arbeit mit Blei und bleihaltigem Material wird als besonders gefährliche Arbeit betrachtet.

Bleimessungen

Der Arbeitgeber muss den Bleiinhalt im Blut aller betroffenen Angestellten kontrollieren, die Blei ausgesetzt sind. Blutproben sind bei Arbeitsbeginn oder spätestens 15 Tage danach und danach alle sechs Monate zu entnehmen. Die Blutproben sollen zeigen, ob die Sicherheitsvorkehrungen effektiv und die persönliche Hygiene ausreichend sind. Sofern die Blutproben ein erhöhtes Bleiniveau ergeben, sind die Vorkehrungen und die persönliche Hygiene zu überdenken. Wenn die Blutproben über dem Grenzwert liegen, hat sich der betreffende Mitarbeiter gleich einem Gesundheitstest zu unterziehen.

Analysen der Bleimenge im Blut müssen auf Veranlassung und auf Rechnung des Arbeitgebers erfolgen – z.B. bei einem privaten, autorisierten Arbeitsschutzberater oder einer privaten Klinik/einem privaten Krankenhaus, wo diese Art von Aufgaben durchgeführt werden. Die privat praktizierenden Ärzte nehmen diese Art von Analysen in der Regel nicht vor und stellen keine diesbezüglichen Überweisungen aus.

Auf Baustellen und an wechselnden Arbeitsplätzen dienen Staubmessungen hauptsächlich dazu, zu gewährleisten, dass die Endreinigung gründlich genug war. Wenn die Messung ergibt, dass kein Blei vorliegt, kann der Arbeitsbereich an das nächste Glied des Bauprojekts übertragen werden.

Persönliche Hygiene

Bei Arbeiten mit Blei ist eine gute persönliche Hygiene wichtig, da Blei leicht über die Hände auf den Mund übertragen werden kann, wenn man isst oder raucht. Daher ist es sehr wichtig, sich die Hände, die Unterarme und das Gesicht gründlich zu waschen, bevor Sie trinken, essen oder rauchen. Bei sehr staubigen Bleiarbeiten müssen Sie vor Pausen sowie stets bei Beendigung der Arbeit duschen.

Planung und Vorbereitung

Die allgemeine Arbeitsplatzbeurteilung (APB) muss durch eine besondere Beurteilung ergänzt werden, die beschreibt, wie Sie am Arbeitsplatz mit Blei umgehen. Die besondere Beurteilung kann ein Arbeitsplan sein, der detailliert beschreibt, wie Sie sicher und ordnungsgemäß mit Blei umgehen.

Außerdem muss aus dem Plan für Sicherheit und Gesundheit (SiGe-Plan) hervorgehen, worin Blei enthalten ist.

Die Arbeit ist so zu planen, dass jegliche Ausbreitung von Blei vermieden wird. Wenn die Arbeit sehr staubig ist, kann ein Zutritt zum Arbeitsbereich über eine Schleuse nötig sein. Je nach Einrichtung der Baustelle kann es notwendig sein, die Wasch- und Badeeinrichtungen so zu platzieren, dass vom Arbeitsplatz aus direkter Zutritt zu ihnen besteht.

Beim Verlassen des Arbeitsplatzes ist es wichtig, sich zu vergewissern, dass Sie die übrige Baustelle nicht mit Blei verunreinigen. Daher kann es notwendig sein, Kleidung, Mobiltelefone u.ä. zu reinigen, bevor Sie sie vom Arbeitsplatz mitnehmen. Bei besonders staubiger Arbeit kann es notwendig sein, den Arbeitsplatz laufend zu reinigen.

Je nach Art der Arbeit kann die Verwendung persönlicher Schutzmittel nötig sein. Dabei kann es sich um Handschuhe, einen staubdichten Überzugsanzug, eine Schutzbrille und Atemschutz handeln, welcher mindestens aus einer Halbmaske mit P2-Filter besteht. Denken Sie daran, dass Sie keine schmutzigen Schutzmittel tragen dürfen, wenn Sie den Arbeitsbereich verlassen. Der Zutritt zum Arbeitsbereich ist zu begrenzen und Schilder haben vor Blei zu warnen.

Sicherheitsmaßnahmen

Man muss durch wirksame Maßnahmen verhindern, dass sich Bleistaub oder bleihaltige Dämpfe entwickeln. Wenn es Bleistaub gibt, muss man diesen durch Absaugung dort, wo er sich entwickelt, verhindern. Die Mitarbeiter müssen evtl. geeigneten Atemschutz und staubabweisende Arbeitskleidung verwenden. Wenn das Risiko des Hautkontakts besteht, müssen die Mitarbeiter persönliche Schutzmittel, z.B. Handschuhe und Arbeitskleidung, verwenden. Diese Kleidung muss man von der Straßenkleidung getrennt aufbewahren.

Persönliche Schutzmittel, hierunter Arbeitskleidung, dürfen nicht nach Hause mitgenommen werden. Wenn die Arbeitskleidung gewaschen werden muss, muss dies am Arbeitsplatz oder in einer Wäscherei erfolgen, die speziell für diesen Zweck ausgerüstet ist. Die Kleidung muss in geschlossenen Behältern transportiert werden.

Sozial- und Gesundheitsmaßnahmen

Es muss Zutritt zu Baderäumen mit Waschbecken sowie Dusche mit warmem und kaltem Wasser geben, die mit den Umkleideräumen verbunden sind. Es muss zwei Schränke pro Person zur Trennung von Arbeitskleidung und Privatkleidung geben.

Es muss auch Zutritt zu einem Speiseraum bestehen, der nicht für Arbeitszwecke verwendet werden darf. Es ist zu gewährleisten, dass der Speiseraum nicht mit Blei verunreinigt wird, weshalb man keine schmutzigen Schutzmittel mitnehmen darf. Daher sind Essen, Trinken oder Rauchen am Arbeitsplatz sowie die Aufbewahrung von Getränken, Essen und Tabakwaren am Arbeitsplatz nicht gestattet.

Arbeitsplätze, Umkleideräume, Bade- und Speiseräume sind laufend gründlich zu reinigen. Denken Sie daran, das Personal einzuweisen, das diese Räumlichkeiten reinigen soll.

Abfall

Bleihaltiger Abfall ist einzusammeln und am Arbeitsplatz sicher aufzubewahren, bis es in geschlossenen Behältern o.ä. entsorgt werden kann. Die Entsorgung hat gemäß den Anweisungen der Kommune zu erfolgen.